Aug 232016
 

Bereits in der Präambel ihres Wahlprogrammes nennt die LINKE die aktuelle Situation beim Namen:

Kommunen, Bildung, Kinder-, Jugendarbeit und Kultur sind weiter unterfinanziert. Eine gleichwertige und gleichberechtigte Entwicklung beider Landesteile findet nicht statt. Der Osten des Landes fühlt sich vom Westen abgekoppelt. Der Staat zieht sich aus der Fläche zurück. Kultur wird geschliffen, Mobilität eingeschränkt.

Im Abschnitt VII. Für alle Sinne wird das kulturpolitische Programm ausführlich dargestellt.

Nachstehend Auszüge aus dem Programm, Hervorhebungen durch die Redaktion…

Kultur ermöglichen
Kulturförderung – verlässlich und transparent

Kultur ist, wie wir miteinander leben. Sie ist die Grundlage unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens und von entscheidender Bedeutung für die Persönlichkeitsentwicklung des Einzelnen. Die Künste, kulturelle Bildung und Erinnerungskultur sind unverzichtbar für eine lebendige Demokratie. Deshalb wollen wir die Vielfalt des kulturellen Lebens und allen Menschen die kulturelle Teilhabe ermöglichen.

Der Schutz und die Förderung von Kultur und Kunst haben in Mecklenburg-Vorpommern Verfassungsrang. Wir wollen die Übereinstimmung von Verfassungsanspruch und Verfassungswirklichkeit, auch hier. Die Landespolitik steht bei der Kulturfinanzierung gemeinsam mit dem Bund und den Kommunen in Verantwortung. Dieser Verantwortung kommt das Land derzeit nicht ausreichend nach. Zu den Hindernissen künstlerischer Entfaltung und kultureller Teilhabe gehört auch eine unzulängliche Förderpolitik. Die gegenwärtige finanzielle Ausstattung für die Kultur in unserem Land, angefangen bei den Schulen über die Bibliotheken und Museen, die „Freie Szene“ und Soziokultur, bis zu den Theatern und Medien nach Kassenlage muss geändert werden.

Der besondere Wert der Kultur für unsere Gesellschaft erfordert einen Diskurs darüber, wie viel Kultur wir brauchen und wollen und nicht, wie viel Kultur wir uns leisten dürfen.

Neben der Verantwortung für das kulturelle Erbe, dessen Sicherung und Schutz sind Freiräume für die Entwicklung der Künste und des kulturellen Lebens zu schaffen. Innovationskraft, Schöpfer- und Gestaltungswille, Weltoffenheit, Neugier, Mut und künstlerische Freiheit sind notwendig und müssen gefördert werden.

DIE LINKE will bessere und verlässliche Rahmenbedingungen für Kultur und Kunst. Hierzu gehört auch eine auskömmliche und berechenbare finanzielle Absicherung kultureller Aktivitäten durch das Land. Wir fordern daher die Einführung einer verpflichtenden Kulturquote für das Land bei Festlegung eines Mindestetats sowie die Benennung von Kulturentwicklungsräumen.

Als Grundlage für politische Weichenstellungen fordern wir eine regelmäßige Kulturberichterstattung und Kulturentwicklungsplanung. Musikschulen und Kunstschulen wollen wir mit einer weiterentwickelten Förderrichtlinie nachhaltig sichern und unterstützen. Dem künstlerischen Nachwuchs gilt besonderes Augenmerk. Die Förderung von Präsentationen, Stipendien und Nachwuchspreise sollen junge Künstlerinnen und Künstler unterstützen.

All diese Ansprüche wollen wir unter dem Dach eines Kulturfördergesetzes für Mecklenburg-Vorpommern vereinen.

Keine Kultur ohne Kulturschaffende

Um das vielfältige kulturelle Leben in Mecklenburg-Vorpommern weiterzuentwickeln, braucht es vor allem den regelmäßigen Dialog mit all denen, die Kultur gestalten: Künstlerinnen und Künstler, Kreative, Vereine, Verbände, öffentliche Institutionen, private Kunstbetriebe und Interessengruppen.

DIE LINKE will die freie und die institutionalisierte Kulturszene sowie die Soziokultur kontinuierlich politisch unterstützen. Gute, existenzsichernde Arbeit und soziale Sicherung, auch im Kulturbereich, sind für uns unabdingbar. Wir fordern neben einer angemessenen Ausstellungsvergütung für Bildende Künstlerinnen und Künstler in öffentlichen Räumen auch die Bewahrung und Sicherung der Künstlernachlässe in M-V.

Bürgerschaftliches Engagement wollen wir durch die Stärkung hauptamtlicher Strukturen und verlässlicher Kooperationen, Bürokratieabbau und Anerkennung fördern. Kulturelle Vielfalt und kulturelles Leben wären ohne das zusätzliche Engagement der Menschen in Mecklenburg-Vorpommern undenkbar.

Dialog der Kulturen fördern

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Interdisziplinär aufgestellte Kulturräte sollen in den Landkreisen und kreisfreien Städten die kulturelle Entwicklung in den Regionen fachlich begleiten und vorantreiben. Hauptberufliche Kulturkoordinatoren übernehmen Koordinierungsaufgaben und unterstützen die ehrenamtliche Kulturarbeit.

Die LINKE ging im Juli dieses Jahres auf die Kulturschaffenden im Lande zu und lud zu einer Reihe Gespräche mit den Kandidaten, dem Sprecher für Kultur- und Sozialpolitik, Torsten Koplin, und dem Vorsitzenden der Partei, Helmut Holter, ein, bei denen das geplante Kulturförderungsgesetz vorgestellt und diskutiert wurde. Wir berichteten in unseren News vom 02.08.16 darüber:

Eine erste kulturpolitische Begegnung hat am 28. Juli in Bröllin stattgefunden, die Landtagsfraktion DIE LINKE. lud KünstlerInnen und Kulturschaffenden der UER-Region zu einem Gedankenaustausch zu ihrem Entwurf zum Kulturförderungsgesetz  ein.

Der Kunst- und Kulturrat Vorpommern-Greifswald hat diese Einladung gerne angenommen und zu viert (2 Mitglieder, Angelika Janz und HE Gödecke und 2 Vorstandsmitglieder, Anke Holstein und Connie Müller-Gödecke) teilgenommen. Über diesen Termin berichten wir demnächst in der Wahl-Programm-Reihe, können aber schon konstatieren:

eine solch intensive Auseinandersetzung mit der Kulturpolitik in MV wünschen wir uns von allen Parteien!

Torsten Koplin, die LINKE

Torsten Koplin, die LINKE

Aus ihrem Wahlprogramm hat die LINKE 15 Zukunftsprojekte entwickelt, darunter Nr. 7: Kultur ist GESETZt.

Kulturpolitischer Sprecher der Partei ist Torsten Koplin, der auf seiner Kandidatenseite ebenfalls explizit Stellung zur Kultur bezieht.
Seine Aussage:

Kultur muss sich nicht rechnen – Kultur zahlt sich aus!

Fazit:

Die LINKE ist die einzige der sich zur Wahl stellenden und hier auf unserer Webseite vorgestellten Parteien,  die sich in ihrem Wahlprogramm ausführlich und sachkundig mit dem Thema Kultur in MV auseinandersetzt und in einer Reihe von Gesprächen auf die Kulturschaffenden zugeht und  mit ihnen spricht.
Der von der LINKEN vorgestellte Entwurf für ein Kulturfördergesetz ist realistisch, umfassend und wird, sofern er realisiert werden kann,  den Verfassungsauftrag, Kultur und Kunst zu fördern, endlich umsetzen.
Keine andere Partei in unserem Bundesland nimmt in diesem Wahlkampf Kunst und Kultur so wichtig und setzt sich so sachkundig und umfassend für eine angemessene Kulturpolitik ein.